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Vom Haus Liah ins Berufsleben

Der Schritt vom Haus Liah ins Berufsleben oder in gemeinnützige Arbeit ist für viele Frauen ein wichtiger Meilenstein. Doch wie gelingt der Einstieg in den Arbeitsalltag? Toni Hafele und Christian Lais schildern als Arbeitgeber ihre Erfahrungen.

Toni, ihr beschäftigt seit einiger Zeit eine ehemalige Bewohnerin des Hauses Liah. Wie hat sich die Zusammenarbeit entwickelt?

Die Mitarbeiterin ist nun seit zwei Jahren in unserem Cateringunternehmen in der Küche tätig. Sie hat sich rasch in das internationale Team eingefunden, arbeitet verlässlich und genau, braucht aber für manche Abläufe etwas mehr Zeit. In der Patisserie konnte sie viel dazulernen. Da wir sowohl Englisch als auch Deutsch sprechen, fiel ihr der Einstieg leicht. Pünktlichkeit ist für sie selbstverständlich, und sie kennt ihre Rechte und Pflichten als Arbeitnehmerin.

Christian, du hast in deiner Zeit beim Amt für Grünanlagen mit Frauen aus dem Haus Liah im Kurpark Igls zusammengearbeitet. Wie hast du das erlebt?

Insgesamt haben etwa zehn Frauen bei uns mitgearbeitet, oft zwei gleichzeitig. Sie wurden stets mit einer weiblichen Kollegin eingeteilt und als gleichwertige Teammitglieder behandelt. Die Verständigung funktionierte gut: Wenn Deutsch nicht reichte, half Englisch oder der Google-Übersetzer. Auch Kopftuchträgerinnen waren selbstverständlich Teil des Teams. Wenn manche Frauen in der Pause nicht bei den Männern sitzen wollten, wurde das akzeptiert – ihre persönliche Entscheidung.

Abschließend betonen Toni und Christian, dass sie die Frauen nicht in erster Linie als Geflüchtete gesehen haben, sondern als Menschen mit individuellen Stärken und Persönlichkeiten. Die Zusammenarbeit war für sie eine Bereicherung.